Lösung aus familiärer Verstrickung:

System-Aufstellungen nach Bert Hellinger 

 

Tiefenpsychologie und systemische Aufstellungsarbeit   

In der Tiefenpsychologie geht es um die Fähigkeit der Seele, Erinnerungen an belastende Erfahrungen und damit verbundene unerträgliche Gefühle zunächst zur Seite, d.h. ins Unterbewusstsein zu drängen, um ein Weiterleben zu ermöglichen. Wenn es an der Zeit ist, inszeniert die Seele das Geschehene dann sozusagen in neuem Gewand in einem aktuellen Konflikt bzw. Symptom, solange, bis wir stark genug sind, die verdrängten Gefühle jetzt als Erwachsene bewusst wieder erleben und als Teil unserer Persönlichkeit annehmen zu können. Diese seelischen Belastungen aus der eigenen Geschichte sind in der Regel in der klassischen (Einzel- oder Gruppen-) Therapie in guter Weise aufzuarbeiten.

Das revolutionär Neue und Besondere des systemischen Ansatz Bert Hellingers bietet darüber hinaus die Möglichkeit zur Diagnose und Heilung übernommener Gefühle, die nicht aus der eigenen Geschichte, sondern aus der Geschichte der Familie verdrängt worden sind und jetzt in einem später Geborenen zum Vorschein kommen - ein Zusammenhang, der verstandesmäßig nicht erklärbar ist.             

Hier geht es um die Lösung von unbewusster Verstrickung in fremdes Schicksal.   

 

Was ist das?

Für viele Menschen gehören sie zu ihrem Lebensgefühl, die oft unlösbar scheinenden Verstrickungen im Familien- und Verwandtschaftskreis. Wie ein Spinnennetz können sie uns umschlingen und – trotz bester Vorsätze - aufkommende Lebensfreude immer wieder im Keim ersticken.

 

Woran erkenne ich das Wirken von Verstrickungen?

Die häufigsten Symptome sind

· unterschwellige Schuldgefühle beim Erleben von persönlichem Glück und beruflichem Erfolg

· das Gefühl: „Ich gehöre nirgends dazu“

· das Gefühl für das Schicksal der eigenen Eltern verantwortlich zu sein

· chronische Krankheiten

· Gefährdung durch Unfälle und Sucht

· quälende Gedanken an Selbstmord

 

Wie entstehen familiäre Verstrickungen?

Bert Hellinger entdeckte das erstaunliche Phänomen der „übernommenen Gefühle“, der unbewussten Teilnahme am Schicksal anderer Familienmitglieder. Dabei geht es immer um Menschen, denen Tragisches widerfahren ist. Die Ereignisse waren so schlimm, dass - zum Weiterleben in der Familie - die Betroffenen und die mit ihnen verbundenen Gefühle aus dem Bewusstsein verdrängt wurden. Sie scheinen irgendwie nicht mehr richtig dazu zu gehören. Ein solches schlimmes Schicksal kann sein:

· früher oder gewaltsamer Tod

· früher Verlust eines oder beider Elternteile

· Tod eines Geschwisters bei der Geburt oder im Kindes- bzw. Jugendlichenalter

· Tod einer Frau im Kindbett

· Frühere Partnerschaften der Eltern

· Verlust der Heimat

· Traumatische Erlebnisse in Krieg und Nazizeit, als Täter ebenso wie als Opfer

In der Folge kommt es zu familiären Verstrickungen, d.h. ohne je von ihnen gehört zu haben, erinnern wir als spätergeborene Familienmitglieder an die Menschen, die in unserer Familie nicht gewürdigt und die Gefühle, die verdrängt wurden. Wie ist das möglich? –  Es geht hier um das erstaunliche Phänomen:

 

„Wissende Felder“ -  (Albrecht Mahr):

Wir alle wissen Dinge, von denen wir nicht wissen, dass wir sie wissen!

Dieses Phänomen beweist seine Wirksamkeit nicht nur beim Zustandekommen von Verstrickungen, sondern zum Glück auch bei ihrer Diagnose und Lösung. So zeigt es sich in jeder Aufstellung aufs Neue: Die Ratsuchenden stellen mit Hilfe von Stellvertretern (anderen Kurs-Teilnehmern) ihre Familienmitglieder – oder auch Menschen aus ihren beruflich / betrieblichen Zusammenhängen - in Beziehung zueinander im Raum auf. Verstandesmäßig nicht erklärbar – aber immer wieder wie ein Wunder erlebt – werden Störfelder von den Stellvertretern erfühlt (jede/r kann das!) und damit auflösbar. Zusammenhänge, von denen die Betreffenden zuvor vielleicht etwas geahnt, aber nichts gewusst hatten, werden erfahrbar und lassen „Steine vom Herzen“ fallen.

Als Stellvertreter/in in einer Systemaufstellung kommen wir in Kontakt mit einer anderen Ebene der Wirk-lichkeit: Wir spüren ein Verbunden-Sein. Es ist das Wissen unserer Seele, zu dem unser ur-teilender Verstand keinen Zugang hat. Sobald wir jedoch unvoreingenommen wahrnehmen, was sich zeigt, erkennen wir das Wirken von Wachstum und seelischer Heilung, von dem wir im Grunde alle wissen: Was ans Licht kommen darf, beginnt sich zu verändern. Wenn Menschen mit schwerem, dunklem Schicksal – Opfer wie Täter - wieder ganz dazu gehören und geachtet werden, kann sich das zuvor Bedrohliche in eine Quelle von Mut, Kraft und Lebensfreude verwandeln.

 

Heilung – ein Übungsweg Oft geschehen spontan erstaunliche Veränderungen im Familiensystem in der Folge einer Aufstellung. Die eigentliche heilende und kraftgebende Umsetzung der Lösung – oft eines völlig neuen Weltbildes - wirkt jedoch eher schrittweise über einen sehr viel längeren Zeitraum. Eine gute Unterstützung auf diesem Weg ist die sinnliche Erfahrung der systemischen Zusammenhänge als StellvertreterIn in weiteren Aufstellungen. Um die neue, positive Ausrichtung auf das eigene Leben zu  vertiefen, hat sich bei uns auch die initiatorische  Naturarbeit  bewährt. Die Natur ist nicht nur die größte Lehrmeisterin für das Wissen der Seele, sie bietet uns auch vielfältige Angebote für ein kraftvolles Ritual zur Bekräftigung von Lösung und neuer Lebensperspektive

 

Ergänzung von klassischer Psychotherapie und Aufstellungsarbeit.

 

Die Vertiefung des eigenen Lösungsbildes durch eine (kassenfinanzierte) Kurzzeittherapie (bis max. 25 Std.) kann hilfreich sein, um sich an den ungewohnten Zustand der Entlastung zu gewöhnen und nicht baldmöglichst in alte Gewohnheiten zurückzufallen. Sofern die familiären Traumata eigene traumatische Erfahrungen mit den Eltern zu Folge hatten - wie im extremsten Fall Kindesmisshandlungen und sexuellen Missbrauch - ist die Verbindung von Aufstellungen und Einzel– bzw. Gruppentherapie unbedingt erforderlich, um sich aus den Folgen der Verstrickung befreien zu können. Während bei solch schwerer Traumatisierung eine Aufstellung erst im fortgeschrittenen Stadium der Traumatherapie angezeigt ist, empfehle ich allen anderen Patienten baldmöglichst an einer Aufstellungsgruppe teilzunehmen. Erfahrungsgemäß verkürzt dies die Zeit bis zum Erfolg der Therapie um viele Monate.                                         ZU SYSTEMAUFSTELLUNGEN   ZUR STARTSEITE