Familienaufstellung - muss das wirklich sein?!
TeilnehmerInnen berichten...
Nadine, 29 Jahre:
Als ich während meiner Therapiezeit mit der Möglichkeit der Familienaufstellung konfrontiert wurde, war mir gar nicht wohl bei dem Gedanken und für mich war klar, dass wäre raus geschmissenes Geld. Diese negative Einstellung wurde dann noch durch zahlreiche Erfahrungsberichte und Erzählungen: "Was man so gehört hat,....." bestärkt und für mich war total klar. … Familienaufstellung .... niemals, nichts für mich, wie soll mir das bei meinen Problemen weiter helfen.
Bis ich dann in der Therapie an einem Punkt war, wo nichts mehr ging, ich hatte das Gefühl ich stehe in einer Sackgasse und weiß nicht mehr weiter. Es dauerte dann noch ca.1 Jahr bis ich definitiv den Schritt gewagt und mich angemeldet habe.
ES WAR DAS BESTE WAS ICH MACHEN KONNTE!!!!!
Die Angst, Zweifel, Befürchtungen was da passiert, oder nicht passiert waren absolut unbegründet, wobei ich hier noch Mal "meiner" Gruppe von Herzen danken möchte. Super Anleitung von Eva, die mit den passenden Anstößen, wenn es evtl. mal gestockt hat, aber auch den Hinweisen zur Geduld, wenn nicht gleich alle so klar war, optimal unterstützt hat, ohne direkt einzugreifen. Familienaufstellung kann so spannend sein, dass man wie bei einem guten Buch das Gefühl hat: "Wow, wie aufregend, wie geht‘s wohl weiter?!" Sowohl bei seiner eigenen Aufstellung, als auch als Gestellter, oder nur Zuschauer. Die Gefahr das man zum "Familienaufstellungsjunkie" wird ist durchaus gegeben ..
Wir hatten von FR-SO die Familienaufstellung und ich fühle mich erfüllt von Leichtigkeit, innerer Ruhe und Gelassenheit, wie ich es schon lange nicht mehr so intensiv und vor allem klar hatte. Gespannt was alles in Bewegung kommen wird, wie es für mich weiter geht, ohne
Ängste, das was da noch kommt kann ich nicht schaffen.
Fazit: Ich stehe zwar erst am Anfang des Weges nach meiner ersten Familienaufstellung, aber ich bin zuversichtlich, das was kommt bzw. noch da ist kann ich viel LEICHTER bewältigen und trage weniger Lasten mit mir herum, die mir sowieso nicht gehört haben und es wird bestimmt nicht meine letzte Aufstellung gewesen sein.
Anke, 42 Jahre:
Als "Verstandesmensch" war mir der Vorschlag meiner Therapeutin an einer Familienaufstellung teilzunehmen reichlich suspekt. Ich konnte mir nicht vorstellen, dadurch wirklich etwas Wichtiges über die Vorgänge in meiner Familie zu erfahren. Ich habe ihr aber vertraut und mich angemeldet.
Und ich habe es nicht bereut!!!
Ich stellte mir vor, dass die Therapeutin (die ja als Einzige die jeweilige Familiensituation kennt) das Ganze dadurch beeinflusst, dass sie die richtigen Personen auswählt, die in der Aufstellung vorkommen sollen und dann entsprechende Informationen gibt. Aber es ist nicht so gewesen. Wenn die Stellvertreter sich in ihre Rolle "hineingespürt" hatten, kamen teilweise Dinge ans Licht, die den Aufstellenden selbst so nicht bekannt oder bewusst waren. Und alle Zweifel waren ausgeräumt, als in meiner Aufstellung meine Stellvertreterin Dinge sagte, bei denen ich das Gefühl hatte, genau das hätte ich in dieser Situation auch gesagt haben können.
Auch die Angst, als Stellvertreter von irgendjemandem nichts zu spüren war völlig unbegründet. Ich konnte es mir weder vorstellen, noch kann ich es erklären, aber es funktioniert einfach.
Für mich persönlich war die Erkenntnis aus dieser Familienaufstellung nicht so spektakulär wie für manch anderen, da sich bei mir "nur" die Vermutung bestätigte, die meine Therapeutin und ich vorher schon hatten. Trotzdem war es für mich ein erlebnisreiches Wochenende, das ich keinesfalls missen möchte!!!
Allein die Erfahrung, dass man eben nicht alles mit dem Verstand erklären kann und was in so einer Aufstellung möglich ist, war eine wertvolle Erfahrung fürs Leben!
Ich kann es nur jedem empfehlen daran teilzunehmen!!!