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Erfahrungen….
Auf diesen Seiten wollen wir Menschen zu Wort kommen lassen, die Erfahrungen gemacht haben wie dieser „Mensch an der Grenze der Welt“ in dem mittelalterlichen Holzschnitt eines unbekannten Künstlers. Es geht um Erfahrungen einer ganz persönlichen
Initiation in gewandeltes Leben
durch die Begegnung mit Tod - dem eigenen oder dem eines nahestehenden Menschen - mit Krankheit und mit Schicksalsschlägen aller Art.
Birgitta Huber Gott ist ganz anders
Als ich meine erste Begegnung mit der Kraft hatte, warf sie mich aus der Bahn, zerschellte mir meine Vorstellungen von der Welt, ich starb beinahe. Als ich von dieser Begegnung erzählen wollte, verstand mich niemand. Heute weiß ich: weil ich mich nicht verstand. Ich konnte nicht das zum Ausdruck bringen, was innen passiert ist. So schnell wir möglich wollte ich vergessen, alles vergessen.
Doch die Kraft lässt sich nicht vergessen, das Eine lässt sich nicht wegschieben, verdrängen. Einiges konnte ich nie vergessen, das andere bahnt sich wieder seinen Weg. Einen Satz behielt ich immer im Gedächtnis:
Gott ist ganz anders
Ja, so war es. Das, was ich erfahren habe, bezeichnen wir mit Gott. Aber es war nicht mein Gott, es war ein fremder Gott, der so wesentlich in mein Leben eingriff, dass er mich zu Tod erschreckte. Gott war in seiner Liebe ganz anders. Auch das erschreckte mich zutiefst. Ich verstand die Liebe ganz anders. Das war nicht meine Liebe, es war eine fremde Liebe, es war nicht die Liebe, die ich von Kindesbeinen an gelehrt bekam. Diesen Gott wollte ich nicht, ich fand ihn anmaßend, ich wehrte mich, ich sträubte mich, ich wollte ihn nicht anerkennen.
Und trotzdem: es verwunderte mich, dass ich ihn als Heimat und Heimkehren erlebte und Glückseligkeit empfand. So trieb mich eine Sehnsucht wieder zu ihm, eine Sehnsucht, die meinem Herzen entsprang, nicht meinem Verstand.
Mit dieser Sehnsucht im Herzen habe ich mich dieser Kraft genähert. Da erkannte ich die Liebe, die über den Dingen steht, und die mich trotzdem so sehr liebt, dass sie sich an mich verströmt und mich an sich zieht, dass sie meine Sehnsucht stillt. Ja, sie kann gar nicht anders als lieben. Doch wir verstehen diese Liebe nicht.
Gott ist ganz anders.
Gott sei Dank ist er anders. So sage ich heute. Gott sei Dank können wir ihn nicht mit unseren Wertmaßstäben messe, einordnen, analysieren und festschreiben. Gott sei Dank können wir ihn nicht verantwortlich machen für unser Fehlverhalten, unsere Unzulänglichkeiten und Lieblosigkeiten. Wir entwickeln uns nach seinem Plan hin zum Leichten, doch die Turbulenzen, die dabei entstehen, sind unsere eigenen Kräfte der Anziehung und des Abgebens. Wenn uns die positive Kraft der Liebe leitet, werden wir die negativen Kräfte annehmen können und sinnvoll umwandeln.
Gott ist ganz anders.
Wir kommen ihm näher mit der Kraft der Liebe, die uns mit ihm vereint. Wir kommen ihm näher, wenn wir die Wirkung und Auswirkung seiner Kraft verstehen und uns seiner Absicht bewusst werden. Seine Kraft der Liebe, die sich an alle Dinge verströmt und sie verwandelt, zieht alle Dinge wieder gleichermaßen zu sich, hin zum Leichten, hin zur Liebe. Sie weiß, was notwendig ist, um unserer Bestimmung näher zu kommen:
Eins zu sein in ihm. Dann wissen wir, was wir wirklich sind.
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